Was wurde mir geschenkt?

Lebendig und gesund

“Als erstes fällt mir zum Begriff „GESCHENKT“ ein, dass mir das Leben geschenkt wurde. Aktuell bin ich sehr dankbar dafür, dass ich gesund und lebendig bin. Klingt möglicherweise ein bisschen pathetisch, oder? Aber dieser Gedanke ist dennoch aktuell für mich sehr wahr! Ich bin täglich dankbar, dass ich gesund bin. Dieses Bewusstsein für die eigene Gesundheit wurde gerade in den letzten Monaten sehr geschärft.

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Als zweites fällt mir ein, dass mir weitere Aufgaben geschenkt wurden. Ich lebe und arbeite gerade anders. Gewohnheiten sind durchbrochen.  Zum Teil bin ich intensiver in Prozessen beteiligt als sonst. Uns allen wurde in dieser so besonderen Zeit einiges genommen, aber wir bekamen eben auch manches andere geschenkt. Wir haben an Freiheit gewonnen. Zuhause zu arbeiten war früher nicht so gut angesehen und wohl undenkbar bis unmöglich. Die Freiheit, neu und anders zu arbeiten und zu denken und etwas zu tun, wurde uns geschenkt und ist sehr gegenwärtig.

Im Arbeits- und Familienalltag wird mir viel Neues geschenkt. Ich erhalte virtuell so manche Impulse und erlebe im digitalen Raum neue Begegnungen. Eine echte Nähe zu den anderen kann ich nicht immer erleben, aber ich gebe mich damit zufrieden, dass eine virtuelle Begegnung besser ist als nichts. Zoom-Meetings mit Familie und Freunden und beruflicher Austausch per Videokonferenz sind „normaler“ geworden.

Seit einiger Zeit spielen für mich im Alltag vor allem die MOMENTE eine Rolle.

Vieles ist in diesem Jahr kurzfristiger geworden. Die Planbarkeit fehlt. Dieses Lebensgefühl, eher planlos und freier zu sein, habe ich bisher in meinem Leben schon oft erlebt. In der Zeit im Studium oder bei längeren Auslandsaufenthalten gab es Phasen ohne festen Plan – anders als jetzt, wo ich mehr „gesettled“ bin. Das Lebensgefühl, dass jeder Tag neu erlebt wird, bleibt in mir sehr prägend. Das Leben wird mir auch heute noch – mit Job und Familie – jeden Tag neu geschenkt und ich kann es neu gestalten. Ich kann mir das bewusstmachen. Solche Momente bringen manchmal auch Klarheit.

Es sind aber auch die Momente in der Natur. Ich fühle mich dann draußen, als sei die Welt gerade im Pausen-Modus. Wenn ich unterwegs bin, so werden mir durch die Bewegung und das Unterwegssein im Wald oder woanders immer neue Blickwinkel eröffnet. Ich nehme vieles in der Welt gerade ganz anders wahr und erlebe kleine Glücksmomente. Mir wird klar, dass mir und uns allen diese Zeit geschenkt ist. Das Warten auf ein Ende – von was auch immer – passt da gut in diese ein bisschen ungewisse und andere Adventszeit. Denn es ist ja auch ein Anfang und Neubeginn. Advent heißt Warten. Um es mit einer Liedzeile zu sagen: Ich freue mich, auf das, was da noch kommt!”

Anja Maas, Referentin – Betheljahr International, Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Bielefeld, Kursteilnehmerin in Josefstal

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