Was habe ich mir geschenkt?

Das Auto steht still

Wenn ich darüber nachdenke, was ich mir dieses Jahr geschenkt habe, also was ich nicht tun musste, fällt mir zuerst mein Auto ein. Ich habe ihm einige 1000 Kilometer geschenkt. Als Religionspädagoge mit fünf Einsatzschulen kommt man in einem Schuljahr ganz schön rum. Diese Kilometer und die damit verbundene Zeit habe ich mir geschenkt und das tat wirklich gut.

Reli im Distanzunterricht – ist das möglich?

Leider habe ich mir auch den „face to face“ Unterricht (schenken) nehmen lassen müssen. Fachunterricht war im zweiten Schulhalbjahr nicht mehr möglich. Aber der dafür vorgesehene Distanzunterricht hat für mich etwas völlig Neues und Unerwartetes entstehen lassen. Neben den bearbeiteten Aufgaben von SchülerInnen habe ich plötzlich viele persönliche Nachrichten von ihnen und ihren Eltern bekommen. Ich hatte in noch keinem meiner vorherigen Schuljahre so viel Elternkontakt. Der Religionsunterricht war plötzlich nicht mehr nur das „nette Fach, welches bitte nicht die Hauptfächer stören soll“. Kinder und Eltern haben sich per Mail und Telefon mit Sorgen, Ängsten, Problemen und Wünschen gemeldet. Das war etwas völlig neues für mich, was ich mit viel Anstrengung aber auch sehr viel Positivem verbinde.

Weihnachten? Das fällt dieses Jahr doch aus!

Meine Frau und ich haben unsere Freunde nach Weihnachtsgeschenken gefragt. Dabei haben wir den Vorschlag gemacht, uns dieses Jahr mutmachende Weihnachtskarten in der Adventszeit zu schicken. Darauf antwortete ein Freund ironisch: „Weihnachten? Das fällt dieses Jahr doch auch aus!“

Da kam die sorgenvolle Frage auf: „Können wir uns dieses Jahr Weihnachten schenken, es ausfallen lassen, so wie es jetzt stattfinden soll?“

Aber gerade mit dem Beginn der Adventszeit, fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Gott sei Dank ist es nicht meine Entscheidung ob Weihnachten stattfindet. Weihachten und die damit verbundene frohe Botschaft von dem Retter der Welt, lässt sich nicht von mir, einer politischen Entscheidung oder gar einem Virus abschaffen. Ich kann über die Umstände jammern und klagen, aber es ist und bleibt Weihnachten! Jesus hat sein „himmlisches Dasein“ aufgegeben und wurde Mensch, damit wir einen Retter haben, dass Weihnachten bei uns werden kann. Peter Strauch beschreibt es in seinem Weihnachtslied so wunderbar passend: „Gott wurde arm für uns, damit wir durch seine Armut reich werden“.  Was damals vor ca. 2000 Jahren passiert war, ist heute aktueller denn je, auch wenn die äußeren Umstände nicht passen. Aber das haben sie für Maria und Josef damals sicher auch nicht.

Die Botschaft der Engel „Euch ist heute der Heiland geboren!“ klingt für mich heute brandaktuell! Ein Heiland, ein Retter – wie sehr sehne ich mich in diesem Jahr danach!

Also schenke ich mir dieses Jahr Weihnachten?

Nein, ganz im Gegenteil! Ich lass es mir von Gott neu schenken!

Und Sie? Hoffentlich auch!

Maximilian Simon, Religionspädagoge, hat 2020 an Josefstaler Online-Kursen teilgenommen.

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