„Suchet der Schule Bestes“ – Zukunftsperspektiven Evangelischer Schüler*innenarbeit

Zukunftsperspektiven

Tage der Orientierung/Besinnungstage sind seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil evangelischer Schüler*innenarbeit. Gerade auch in Zeiten wachsender Bedeutung der Schule und sinkender Mitgliedszahlen der Kirche, ist es ein guter Zeitpunkt, auf die Zukunftsperspektiven dieses Arbeitsbereiches zu blicken. Mit genau dieser Fragestellung befasste sich ein Fachtag der am 9.10.2021 im Studienzentrum Josefstal in einer Kooperation mit dem Amt für Jugendarbeit stattfand. Hierzu trafen sich Haupt- und Ehrenamtliche aus Bayern und darüber hinaus, sowie Kirchenleitung, Lehrkräfte und weitere Interessierte im Studienzentrum.

Zum Einstieg hielt Wolfgang Ilg, Professor für Jugendarbeit und Gemeindepädagogik an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, ein Impulsreferat. In diesem forderte er, dass die Kirche hinaus in die Welt müsse, um ihrem Auftrag nachzukommen. Für den Arbeitsbereich der Schüler*innenarbeit fasst er dies in dem prägnanten Satz „Suchet der Schule Bestes“ zusammen. Gerade junge Menschen profitieren von dem geschützten Raum, welchen sie in den Tagen der Orientierung/Besinnungstagen erleben.

In der anschließenden Workshop-Phase wurde deutlich, dass gerade die Praktiker*innen es schätzen, wie die Zusammenarbeit in diesem Arbeitsfeld funktioniert. Denn hier wird Partizipation gelebt. Hauptberufliche stellen die Rahmenbedingungen zur Verfügung, die dann wiederum von Ehrenamtlichen gestaltet werden. Diese versuchen ihr Programm für die Klassen möglichst frei und individuell zu gestalten und auf die Wünsche und Befürchtungen der Jugendlichen einzugehen.

Oberkirchenrat Michael Martin bekräftigte in seiner Predigt, dass der Arbeitsbereich Kirche für junge Menschen greifbar macht und diese kirchlichen Vertreter*innen auf einer anderen Art und Weise begegnen.

Der Fachtag zeigte deutlich, dass evangelische Schüler*innenarbeit ein breites und vielfältiges Arbeitsfeld ist, indem die Tage der Orientierung/Besinnungstage nur einen Aspekt darstellen. Und obwohl dieser Teilbereich seit über 20 Jahren in Bayern etabliert ist, gibt es immer noch Chancen und Verbesserungspotenzial. TdOs bieten die Möglichkeit jungen Menschen neue Perspektiven, abseits ihrer bisherigen Lebensrealität zu schenken. Sie bekommen in diesen drei Tagen die Möglichkeit fernab ihres Alltags sich mit sich, ihren Werten und Normen und den Mitschüler*innen auseinanderzusetzen. Sie werden dazu angeregt, sich auf einer tieferen Ebene mit existenziellen Fragen zu beschäftigen und ganz individuelle Antworten zu finden. Gerade als evangelischer Anbieter können wir unsere Fähigkeiten von Spiritualität, Seelsorge und Tiefsinnigkeit nutzen, um mit verschiedensten Methoden Jugendliche dabei zu unterstützen, sich auf diese Art der Arbeit einzulassen. Schule besitzt immer den Anspruch, Neutralität zu wahren – in diesem Spagat finden Tage der Orientierung/Besinnungstage in einem evangelischen Haus statt. Deshalb ist es unser Anspruch, weltanschaulich offen zu arbeiten – und unsere christlichen Werte dabei nicht zu vergessen! Zudem können wir unser Wissen über Spiritualität und tiefsinniges Arbeiten in das methodische Vorgehen einbringen. Hinzu kommt, dass wir jungen Menschen vermitteln können, wie ein modernes Gesicht von Kirche aussieht. Wir können zeigen, wie wir christliche Werte leben und warum Menschen gerne und aufrichtig Teil dieser Gemeinschaft sind. Zudem schenken wir jungen Menschen Erlebnisse, die diese auf ihrem weiteren Lebensweg prägen und an die diese häufig noch lange und gerne zurückdenken.

Tage der Orientierung im Studienzentrum Joseftal sind ein großer Gewinn für beide Seiten. Sowohl für Schule als auch Kirche und im Besonderen auch für die Mitarbeitenden. Dies zeigte nicht nur der Fachtag, sondern auch die daran anschließende Jubiläumsfeier von 20 Jahren Tage der Orientierung in Josefstal. Dazu kamen auch einige ehemalige Teamer*innen, die auch Jahre später noch mit leuchtenden Augen von ihren Erlebnissen erzählen. Wenn es zukünftig weiter gelingt, dieses Leuchten in den Augen aller Beteiligten zu entfachen, ist dies das wichtigste und schönste Ergebnis unserer Arbeit!

Hintergrundartikel – Ergebnisse – Thesen

Festpredigt Oberkirchenrat Michael Martin

Zur Weiterarbeit: Hintergrundartikel

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