Kinder und Jugendliche haben Priorität – Josefstaler Beirat steht Betroffenen zur Seite

Der Beirat des Studienzentrums Josefstal hat in seiner Herbstklausur am 7.-8. Oktober 2021 nächste Schritte zur Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt verabredet. Im Zentrum der stehen dabei Betroffene und insgesamt Kinder und Jugendliche. Erlittenes Unrecht soll aufgearbeitet werden, indem Betroffene gehört und entschädigt werden. Für die Zukunft steht der Schutz vor jeglichen Übergriffen im Fokus.

Erster Fokus: Prävention
  • Das Schutzkonzept für die Arbeit im Haus wird weiterentwickelt. Selbstverpflichtung und Fortbildung aller Mitarbeitenden sind seit 2019 darin verankert. Wie im kommenden Rahmenkonzept der Evang.-Luth. Kirche in Bayern rücken jetzt u.a. Partizipation und das ausformulierte Leitbild in den Fokus.
  • Fortbildungen für Mitarbeitende in evangelischer Kinder- und Jugendarbeit sind wesentlich für erfolgreiche Prävention. Deshalb werden alle Mitarbeitenden im Haus kontinuierlich qualifiziert. Darüber hinaus prüft das pädagogisch-theologische Team, welche Angebote zum Thema sexualisierte Gewalt in das Fortbildungsprogramm aufgenommen werden.
Aufarbeitung aktiv angehen

Anlass, sich mit Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu befassen, sind die Verfehlungen Helmut Kentlers, der  in der Vergangenheit in Josefstal tätig war (siehe Stellungnahme des Vorstands vom 26. Mai 2021).

  • Das Studienzentrum prüft die Möglichkeit, sich als Institution an der sog. „Forum-Studie“ zu beteiligen, die die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt innerhalb der evangelischen Kirche zum Thema hat. Das Studienzentrum wird anfragen, ob es möglich ist, namentlich in Aufrufen an Betroffene gelistet zu werden.
  • Das Studienzentrum sucht Kontakt zu Wissenschaftler*innen, die o.g. Verfehlungen erforschen, und bietet seine aktive Beteiligung bei aktuellen/zukünftigen Studien an.
  • Das Studienzentrum sucht Kontakt zu anderen Einrichtungen, um Aufarbeitung voranzutreiben. Dazu zählen andere Einrichtungen in Bayern und anderen Bundesländern, die ähnliche Erfahrungen wie das Studienzentrum haben. Ebenso werden Jugendbildungshäuser mit eigenem pädagogischen Personal kontaktiert (bayernweit nicht nur evangelisch bzw. bundesweit evangelisch). Das Studienzentrum prüft auch, ob ein eigener Aufruf an Betroffene möglich ist.
Kontinuierliche Auseinandersetzung

Gremien und Mitarbeitende des Studienzentrums werden sich weiterhin intensiv mit dem Thema sexualisierte Gewalt befassen. Der Beirat schätzte es als wichtig und richtig ein, dass nach der ausführlichen Reflexion der Vergangenheit im Juni 2021 jetzt im Oktober einen halben Tag über das zukünftige Vorgehen zu sprechen. Mit Helga Dill und Dr. Peter Caspari wurden die Beratungen von zwei Fachleuten moderiert, beide vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung in München und sehr erfahren in der Forschung zum Thema Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Am Ende wurde kurz diskutiert, ob die Stellungnahme des Vorstands vom 26. Mai 2021 ergänzt bzw. verändert werden sollte, um den Fokus noch deutlicher auf die Betroffenen zu lenken. Wichtiger war jedoch allen Beteiligten, bei den jetzt anstehenden Schritten die Betroffenen deutlich in den Mittelpunkt zu stellen. Das Thema wird bei der nächsten Beiratssitzung im März 2022 wieder aufgegriffen.

Kontakt:

Roger Schmidt, Leiter des Studienzentrums, r.schmidt@josefstal.de

Julika Bake, Beauftragte für Prävention sexualisierter Gewalt, j.bake@josefstal.de

Volker Napiletzki, stellvertr. Beauftragter für Prävention sexualisierter Gewalt, v.napiletzki@josefstal.de

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